22.8. – The truth lies in Rostock

Anlässlich des 20. Jahrestages des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen zeigen wir zusammen mit der ASJ Bonn den Dokumentarfilm von Mark Saunders und Siobhan Cleary:

Der Film findet sich hier zur freien Verfügung: KLICK

August 1992, Rostock – Lichtenhagen.

Fast eine Woche lang, vom 22. bis zum 26. August 1992, griffen mehrere hundert junge Rechtsradikale die Flüchtlingsunterkunft und ein von vietnamesischen VertragsarbeiterInnen bewohntes Haus im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen an, unterstützt von über tausend ganz normalen Deutschen. Die Polizei griff kaum ein.

Vermittels Montagetechnik gibt der Film einen Eindruck des Geschehens während dieser fünf bezeichnenden Augusttage. Er liefert Interviews mit verschiedenen am Geschehen Beteiligten (Opfern, Angreifern, politisch Zuständigen), zeigt Szenen aus dem Inneren des Wohnheims während des Angriffs und der vermeintlichen Evakuierung sowie Bilder des Handlungsverlaufs im nahen Umkreis des Wohnheims, wo der deutsche Mob die latente „Ausländer-Raus“-Stimmung in die Praxis umsetzte.

Gezeigt wird der Film am Mittwoch, 22. August, ab 20 Uhr im KULT 41.

Flyer

Achtung: Veranstaltungsort am 25.7. verlegt

Die Veranstaltung mit Hendrik Wallat am 25.7. unter dem Titel „Die orthodoxesten aller Marxisten. Der Rätekommunismus zwischen Bolschewismuskritik und marxistischer Dogmatik“ kann leider nicht im KULT41 stattfinden.

Der neue Veranstaltungsort ist der Buchladen Le Sabot, in der Breiten Straße 76, Bonn-Altstadt!

Revolution und Regression

Zwei Veranstaltungen im Juli.

Der AStA Bonn, die Kulturgruppe „Globalisierung und Migration“, sowie die ASJ Bonn und wir haben für Juli zwei Veranstaltungen unter dem Titel „Revolution und Regression“ organisiert.

Am 11. Juli hält Olaf Kistenmacher einen Vortrag unter dem Titel „Einführung in die Kritik des Antiimperialismus. Eine notwendige Erinnerung an Rosa Luxemburg.“ um 20 Uhr in Hörsaal 8 der Universität Bonn.
Zwei Wochen später, am 25. Juli, hält Hendrik Wallat einen Vortrag unter dem Titel „Die orthodoxesten aller Marxisten. Der Rätekommunismus zwischen Bolschewismuskritik und marxistischer Dogmatik.“ um 19 Uhr im KULT41, Hochstadenring 41.
Im Anschluß an die Vorträge bleibt selbstverständlich noch Zeit für Diskussionen.

Die Veranstaltungsankündigungen finden sich HIER.

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Diskussionsveranstaltung zur Lage in Syrien am kommenden Dienstag, 8. Mai

Die bisherigen Ergebnisse der sogenannten „Arabellion“ lassen Zweifel daran aufkommen, dass das viel beschworene Erwachen in der arabischen Welt schnell zur Überwindung reaktionärer Strukturen und damit kurzfristig zu deutlich mehr Freiheiten führen wird. In Tunesien stellte sich die islamische Eh-Nahda-Partei als Wahlsieger heraus. Auch in Ägypten sind inzwischen religiöse Kräfte, die Muslimbrüder und Salafisten, im Parlament tonangebend. In Libyen wiederum erweist sich der Nationale Übergangsrat, der freie und faire Wahlen bewerkstelligen soll, als offensichtlich instabil.

In diese Reihe fügt sich Syrien als der gegenwärtig wohl blutigste Revolutionsschauplatz ein. Im Zuge des Arabischen Frühlings 2011 kam es dort zu Protesten gegen die Regierung, auf die Präsident Baschar al-Assad mit starker Repression reagierte. Das zunehmend brutale Vorgehen des Assad-Regimes, das eine Vielzahl von Opfern in der Zivilbevölkerung forderte, führte dazu, dass ein Teil seiner Soldaten desertierte und sich auf Seiten der Opposition schlug. Die seitdem fortwährende gewaltsame Auseinandersetzung ist von alltäglichen Gefechten zwischen der syrischen Armee und den Oppositionstruppen sowie brutalen Übergriffen der Regimetruppen auf Zivilisten gekennzeichnet und hat inzwischen mehr als 11.000 Tote gefordert.

Da Assad sich jedoch an der Macht festhält, während die Oppositionsaktivisten ihm eben diese weiter zu entreißen versuchen, stellt sich nach wie vor die Frage nach Syriens Zukunft.

Wie gestaltet sich der Konflikt in Syrien und wie kann er ausgehen? Welche Rolle spielt der Westen? Welche Ziele verfolgen die einzelnen
Teile der heterogenen Opposition?
Diese und weitere Fragen werden Prof. Sadik al-Azm, Dr. Carsten Wieland und Hannah Wettig diskutieren.

Diskussionsveranstaltung zur aktuellen Lage in Syrien:
Titel: „Syria – The Arab Spring’s Unhappy Ending?“
Mit: Sadik al-Azm (Emeritus der Universität Damaskus, Philosoph & Denker), Hannah Wettig (Journalistin & Autorin, Adopt a Revolution), Carsten Wieland (Politikwissenschaftler, Journalist & Konfliktexperte)
Datum: 8. Mai 2012
Beginn: 19.00 Uhr
Ort: Hörsaal 17 des Universität-Hauptgebäudes (Englisches Seminar),
Regina-Pacis-Weg 5, 53113 Bonn

Mit Antisemiten gegen Antisemiten

Zum Bonner Antifaschismus

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Woran sich Bonner am liebsten erinnern, ist die Zeit als „Bundesdorf“. Dieser wird – wo es nur geht – nachgehechelt. Der „UN-Campus“, mit so bedeutenden Sekretariaten wie dem für das „Abkommen zur Erhaltung der europäischen Fledermauspopulationen“, soll das ehemalige Regierungsviertel wieder mit Leben füllen, ein „World Conference Center“ wurde zielsicher in den Sand gesetzt und ohne Firmensitze der ehemaligen staatlichen Unternehmen Telekom und Post wäre die Stadt vermutlich auch wieder finanziell das Dorf, das es einmal war. Am Bahnhof gibt es zwar keine Ansagen auf englisch, weil die Bahn dafür das Fahrgastaufkommen für zu gering hält, aber immerhin ist von allen vier Gleisen aus die große Tafel „Bonn – Stadt der Vereinten Nationen“ zu lesen.
Und mittendrin eine radikale Linke die sich lieber im provinziellen Mief ergeht, als sich über Inhalte zu streiten. Dass so etwas überall hin – aber sicher nicht zum „Verein freier Menschen“ – führt, zeigt sich nicht zuletzt nun, da Nazis angekündigt haben am 1. Mai aufzumarschieren. Aber der Reihe nach: (mehr…)

Zum 1. Mai und den Bonner Verhältnissen

Ungefragt, es ist inakzeptabel wenn Nazis, wo auch immer, aufmarschieren. Das „Antifabündnis Bonn“, in dem auch Personen aus dieser Gruppe mitarbeiteten, war angetreten nicht nur eine Kritik an „gewalttätigen autonomen Nationalisten“1, sondern auch an den gesellschaftlichen Verhältnissen, die auch den Nazismus beständig reproduzieren, zu entwickeln und der Heimatverteidigung2 nahezu aller gesellschaftlicher Gruppen in Bonn etwas entgegenzusetzen.
Dieser Ansatz ist nicht mehr möglich jetzt wo die Antifa Bonn/Rhein-Sieg sich – nach Wochen des Wartens auf ihren Beschluß – dazu entschlossen hat nicht nur im Antifabündnis Bonn, sondern auch bei „Bonn stellt sich quer“ (BSSQ) mitzuarbeiten. Denn das nicht wirklich „breite gesellschaftliche Bündnis“ BSSQ ist bei genauer Betrachtung vornehmlich ein Sammelbecken hinlänglich bekannter linker AntisemitInnen aus Bonn (um nur einen Kritikpunkt an diesem Bündnis zu nennen). Gruppen, die nicht in der Lage sind eine Kritik an linkem Antisemitismus zu artikulieren und daraus die nötigen Schlüsse zu ziehen können für uns keine Bündnispartner sein, weswegen wir nicht weiter im Antifabündnis Bonn mitarbeiten werden.
Wir halten es durchaus für richtig sich Naziaufmärschen in den Weg zu stellen, allerdings ist es für uns keine Option im Sinne einer möglichst breiten Volksfront unsere Kritik über Bord zu werfen, nur weil am 1. Mai vermutlich 200-300 Nazis in Bonn demonstrieren werden.
Wer abseits der beiden Bündnisse ein Interesse hat den Naziaufmarsch am 1. Mai nicht unkommentiert über die Bühne gehen zu lassen möge sich bei uns melden.

In Kürze werden wir des Weiteren eine ausführliche Kritik an den Bonner Verhältnissen veröffentlichen.

  1. Zitat „Bonn stellt sich quer“ [zurück]
  2. Bonn bleibt nazifrei, der 1. Mai ist unser Tag, etc. [zurück]

3. März: Naziaufmarsch in Münster/Tagesseminar in Bonn

Münster:

Am 3.3.2012 wollen Nazis in Münster demonstrieren. Es haben sich mehrere Bündnisse zusammengefunden, die dies verhindern wollen. Diverse linksradikale Gruppen rufen dazu auf, es nicht bei einer Blockade der Nazis und dem eine Woche später stattfindenden Aufmarsch von Abtreibungsgegner*innen zu belassen:

„Warum wir nicht nur die anstehenden Aufmärsche blockieren werden, sondern auch die positive Aufhebung der bestehenden Verhältnisse anstreben, wollen wir im Folgenden grob skizzieren. Für uns liegt das Problem nämlich nicht nur darin, dass Nazis und Abtreibungsgegner*innen in Münster marschieren. Uns geht es um die Aufhebung der gesamtgesellschaftlichen Verhältnisse, die aus sich heraus immer wieder jenen Ideologien Vorschub leisten, welche die Nazis und Abtreibungsgegner*innen ausmachen.“

(weiterlesen)
Desweiteren findet sich auf dem eigens eingerichteten Blog eine in Münster verteilte Zeitschrift u.a. mit zwei durchaus lesenswerten Texten von et2c.

Tagesseminar:

Wer am 3.3. nicht nach Münster fahren möchte oder kann, um den Naziaufmarsch zu verhindern, hat die Möglichkeit in Bonn ein Tagesseminar zum Thema Antiziganismus zu besuchen. Stattfinden wird dieses ab 12 Uhr im Ulrich-Haberland-Saal, Auf dem Hügel 16 (Bonn-Endenich). Zum Ankündigungstext: (mehr…)

.lesenswert

Unter .lesenswert finden sich Texte, die wir schon gelesen und für gut befunden haben, oder in Zukunft gedenken zu lesen, oder die wir gelesen haben und als grundlegend erachten.
Die Liste wird voraussichtlich mit der Zeit länger, ein Blick in diese Rubrik lohnt sich also immer mal wieder.

Zu Pro NRW und den Kritikern Selbiger

„Das vornehme Wort Kultur tritt anstelle des verpönten Ausdrucks Rasse, bleibt aber ein bloßes Deckbild für den brutalen Herrschaftsanspruch.“
(Theodor W. Adorno)

Dass Pro NRW ein widerlicher Verein ist, ist hinlänglich bekannt. Dessen Mitglieder und -läufer verstecken sich hinter ordnungspolitischen Forderungen und der Selbststilisierung als Alternative zu den alten „Blockparteien“. Dabei propagieren sie ihren Rassismus nicht in Form einer Neuauflage der Nürnberger Rassegesetze, sondern knüpfen durch begriffliche Verschiebungen an gesellschaftlich virulente Ressentiments gegen „die Muslime“ an. (mehr…)